Auswirkungen der Marktpreisbildung für CO₂ auf Gebäudeeigentümer und Mieter ab 2027

Einleitung

Ab 2027 wird die Marktpreisbildung für CO₂-Emissionen durch das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) und den europäischen Emissionshandel für Brennstoffe (EU-ETS 2) eingeführt. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die CO₂-Emissionen in den Sektoren Gebäude und Verkehr europaweit zu reduzieren. Für Gebäudeeigentümer und Mieter bedeutet dies jedoch erhebliche finanzielle und strukturelle Herausforderungen. Der folgende Artikel beleuchtet die Auswirkungen auf Heizkosten, Investitionen in die Gebäudesanierung sowie die Aufteilung der CO₂-Kosten.


Hintergrund: BEHG und EU-ETS 2

  • BEHG (National): Seit 2021 wird in Deutschland ein Festpreis für CO₂-Zertifikate erhoben, der bis 2026 jährlich steigt (z. B. 65 €/t CO₂ im Jahr 2026). Ab 2027 erfolgt die Preisbildung durch Versteigerungen am Markt.
  • EU-ETS 2 (Europaweit): Der neue europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr startet ebenfalls 2027. Anders als beim BEHG wird der Preis für CO₂-Zertifikate hier vollständig marktbasiert festgelegt. Die Zertifikate werden jährlich verknappt, wodurch die Preise voraussichtlich steigen.

Finanzielle Auswirkungen auf Gebäudeeigentümer und Mieter

  1. Steigende Heizkosten:
    • Die CO₂-Kosten werden auf die Brennstoffpreise umgelegt, was zu höheren Heizkosten für Gas und Öl führt.
    • Beispiel: Bei einem CO₂-Preis von 150 €/t CO₂ könnten die Zusatzkosten für ein Einfamilienhaus mit schlechter Energieeffizienz (Effizienzklasse G) bis zu 2.400 € jährlich betragen.
  2. Abhängigkeit vom energetischen Zustand der Gebäude:
    • Gebäude mit schlechter Energieeffizienz (z. B. Baujahr vor 1978, unsaniert) verursachen deutlich höhere CO₂-Emissionen. Mieter und Eigentümer solcher Gebäude sind besonders stark von den steigenden Kosten betroffen.
    • Effiziente Gebäude (Effizienzklasse A oder B) haben hingegen deutlich geringere Zusatzkosten.
  3. Kostenaufteilung zwischen Vermieter und Mieter:
    • Laut Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz (CO2KostAufG) werden die CO₂-Kosten zwischen Vermieter und Mieter aufgeteilt. Der Anteil des Vermieters steigt mit dem Energieverbrauch des Gebäudes.
    • Beispiel: Bei einem Einfamilienhaus mit schlechter Energieeffizienz (Effizienzklasse G) trägt der Vermieter bis zu 70 % der CO₂-Kosten.

GEBÄUDESTAND IN DEUTSCHLAND

Rund 30 Prozent der Gebäude in Deutschland gehören zu den schlechtesten Energieeffizienzklassen, den sogenannten „worst performing buildings“. Der Gebäudebestand umfasst insgesamt 19,5 Millionen Wohngebäude und 2 Millionen Nichtwohngebäude. Etwa die Hälfte dieser Gebäude wird mit Erdgas beheizt, während ca. 25 Prozent mit Heizöl betrieben werden.

Der Gebäudesektor hat wiederholt seine Klimaziele verfehlt und verbraucht weiterhin zu viel Energie. Hauptursache dafür sind jahrzehntelange Versäumnisse bei der Sanierung von zentralen Bauteilen der Gebäudehülle, wie Fassaden, Fenstern und Dächern. Obwohl eine jährliche Sanierungsquote von 2 Prozent erforderlich wäre, um die Klimaziele zu erreichen, liegt diese aktuell lediglich bei 0,7 Prozent.


Herausforderungen für Gebäudeeigentümer

  1. Sanierungsdruck:
    • Um die CO₂-Kosten zu senken, sind Investitionen in energetische Sanierungen notwendig. Dazu gehören Maßnahmen wie:
      • Wärmedämmung von Dach, Wänden und Fenstern.
      • Umstellung auf emissionsarme Heizsysteme (z. B. Wärmepumpen).
    • Ohne Sanierungen drohen hohe Zusatzkosten und ein Wertverlust der Immobilie.
  2. Hohe Investitionskosten:
    • Die energetische Sanierung eines typischen Einfamilienhauses kann mehrere zehntausend Euro kosten. Förderprogramme wie die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) können helfen, decken aber oft nicht den gesamten Aufwand.
  3. Unsicherheit durch Marktpreisbildung:
    • Die marktbasierten Preise für CO₂-Zertifikate sind volatil und schwer kalkulierbar. Prognosen gehen von Preisen zwischen 150 €/t und 300 €/t CO₂ aus, was die Planung für Eigentümer erschwert.

Chancen und Strategien

  1. Investitionen in Energieeffizienz:
    • Energetische Sanierungen können langfristig Kosten sparen und den Wert der Immobilie steigern.
    • Beispiel: Durch Dämmmaßnahmen und den Einbau moderner Heizsysteme kann der Energieverbrauch um bis zu 60 % gesenkt werden.
    • Investieren Sie in energieeffiziente Gebäude, die dem KfW 40 QNG-Standard entsprechen. Damit reduzieren Sie nicht nur Ihre Heizkosten erheblich, sondern profitieren auch von attraktiven Steuervorteilen durch erhöhte Abschreibungsmöglichkeiten. Alle Details und konkrete Zahlen finden Sie in unserem Blogpost!
  2. Förderprogramme nutzen:
    • Staatliche Förderungen wie die BEG unterstützen Maßnahmen zur Energieeffizienz und zum Einsatz erneuerbarer Energien.
    • Individuelle Sanierungsfahrpläne helfen, die Maßnahmen sinnvoll zu planen und umzusetzen.
  3. Umstellung auf regenerative Energien:
    • Der Wechsel von fossilen Brennstoffen zu erneuerbaren Energien (z. B. Wärmepumpen, Solarthermie) kann die Abhängigkeit von CO₂-Kosten reduzieren.
    • Wichtig: Zunächst sollte die Gebäudehülle energetisch optimiert werden, um die Effizienz neuer Heizsysteme zu maximieren.

Fazit

Die Einführung des EU-ETS 2 und die Marktpreisbildung für CO₂ ab 2027 stellen Gebäudeeigentümer und Mieter vor große Herausforderungen. Besonders betroffen sind unsanierte Gebäude mit hohem Energieverbrauch. Ohne Investitionen in Energieeffizienz drohen massive Zusatzkosten, die sowohl Mieter als auch Vermieter belasten. Gleichzeitig bieten energetische Sanierungen und der Umstieg auf erneuerbare Energien eine Chance, langfristig Kosten zu senken und den Wert von Immobilien zu sichern. Gebäudeeigentümer sollten frühzeitig handeln, um die Auswirkungen der CO₂-Bepreisung abzufedern.

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