Wärmepumpe vs. Gasheizung: Der komplette KfW 40 QNG Kostenvergleich

Die Wahl der richtigen Heiztechnologie ist eine der wichtigsten Entscheidungen, die Hausbesitzer und Vermieter treffen müssen – nicht nur aus ökologischen, sondern auch aus ökonomischen Gründen. In diesem Artikel vergleichen wir die Wärmepumpe und die Gasheizung anhand eines kompletten Kostenvergleichs, basierend auf einem ausführlichen Video, das die Vor- und Nachteile beider Systeme darstellt.

Warum sind Heizkosten so wichtig?

Seit 2023 müssen Vermieter gemäß dem CO₂-Kostenaufteilungsgesetz einen Teil der Heizkosten ihrer Mieter übernehmen. Die Höhe dieser Beteiligung hängt direkt vom CO₂-Ausstoß des Gebäudes ab. Je schlechter die Energieeffizienz eines Hauses, desto höher die Kostenbeteiligung des Vermieters. Gleichzeitig steigen die Energiepreise seit Jahren, was Heizkosten zu einem zentralen Thema für Mieter und Vermieter gleichermaßen macht.

Doch wie lassen sich Heizkosten realistisch einschätzen, und welche Heiztechnologie ist langfristig die bessere Wahl?


Faktoren, die Heizkosten beeinflussen

Die Heizkosten eines Hauses oder einer Wohnung werden von mehreren Faktoren bestimmt:

  1. Witterung: Kalte Winter erhöhen zwangsläufig den Heizbedarf.
  2. Energieträger: Ob Gas, Öl, Pellets, Strom oder eine Wärmepumpe – die Wahl des Energieträgers hat einen großen Einfluss auf die Kosten.
  3. Gebäudezustand: Besonders die Dämmung spielt eine Schlüsselrolle. Altbauten mit schlechter Dämmung verursachen deutlich höhere Heizkosten als Neubauten oder Passivhäuser.
  4. Heizverhalten: Häufiges Lüften und hohe Raumtemperaturen treiben die Kosten in die Höhe.

Vergleich der Energieträger: Kosten pro Kilowattstunde

Laut dem Heizspiegel gibt es deutliche Unterschiede bei den Heizkosten verschiedener Energieträger. Für eine durchschnittliche 70 m²-Wohnung ergeben sich folgende jährliche Heizkosten:

  • Fernwärme: 1.335 € (am teuersten)
  • Heizöl: Moderat teurer als Erdgas
  • Erdgas: Günstiger als Öl
  • Holzpellets: Günstig, in einigen Fällen sogar günstiger als Wärmepumpen
  • Wärmepumpe: In den meisten Fällen die günstigste Option

Die Wärmepumpe profitiert dabei von ihrer hohen Effizienz, die durch die sogenannte Jahresarbeitszahl (JAZ) gemessen wird. Diese Zahl gibt an, wie viel Wärmeenergie eine Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom erzeugen kann. Eine JAZ von 4 bedeutet beispielsweise, dass aus 1 kWh Strom 4 kWh Wärme gewonnen werden.


Praxisbeispiel: Gasheizung vs. Wärmepumpe

Szenario 1: Gasheizung

Ein Haus mit 120 m² Fläche, Baujahr 2010, Energieeffizienzklasse E und einem Verbrauch von 166 kWh/m² (laut Energieausweis). Der Gaspreis liegt bei 10,57 Cent/kWh.

Berechnung:

  • Verbrauch: 166 kWh/m² × 120 m² × 1,2 (Faktor für Verkehrsflächen)
  • Heizkosten: 2526 € pro Jahr

Szenario 2: Wärmepumpe

Ein Neubau (KfW 40 QNG) mit 120 m² Fläche und einem Verbrauch von 16 kWh/m². Der Strompreis liegt bei 31 Cent/kWh, wird aber durch die JAZ (4) auf 8 Cent/kWh reduziert.

Berechnung:

  • Verbrauch: 16 kWh/m² × 120 m² × 1,2
  • Heizkosten: 806 € pro Jahr

Ergebnis: Die Wärmepumpe ist in diesem Beispiel deutlich günstiger als die Gasheizung. Allerdings ist der Vergleich nicht ganz fair, da hier ein energieeffizienter Neubau mit einem älteren Gebäude verglichen wird.


Warum Wärmepumpen in Neubauten besonders sinnvoll sind

Wärmepumpen entfalten ihr volles Einsparpotenzial vor allem in energieeffizienten Gebäuden, wie KfW 40 QNG-Häusern. Diese Häuser haben einen sehr niedrigen Energiebedarf und profitieren von der hohen Effizienz der Wärmepumpe. In Altbauten können Wärmepumpen ebenfalls eingesetzt werden, allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen, wie z. B. einer ausreichenden Dämmung.


CO₂-Kostenaufteilung: Ein weiterer Vorteil für KfW 40 QNG

Das CO₂-Kostenaufteilungsgesetz ist ein weiterer Grund, warum energieeffiziente Gebäude wie KfW 40 QNG-Häuser attraktiv sind. Bei einem niedrigen CO₂-Ausstoß (unter 20 kg/m²) beträgt die Kostenbeteiligung des Vermieters maximal 10–20 %. Bei ineffizienten Gebäuden kann die Beteiligung jedoch auf bis zu 70 % steigen, was die Rendite eines Vermieters erheblich schmälert.


Fazit: Wärmepumpe oder Gasheizung?

Die Wärmepumpe ist in vielen Fällen die wirtschaftlichere und umweltfreundlichere Wahl, insbesondere in Neubauten oder gut gedämmten Gebäuden. Sie punktet mit niedrigen Betriebskosten und einer geringen CO₂-Belastung. Gasheizungen können in Bestandsgebäuden immer noch eine Option sein, sind jedoch langfristig durch steigende CO₂-Kosten und Energiepreise weniger attraktiv.

Wer also plant, ein KfW 40 QNG-Haus zu bauen oder zu kaufen, sollte die Wärmepumpe als bevorzugte Heiztechnologie in Betracht ziehen – nicht nur wegen der niedrigeren Heizkosten, sondern auch wegen der geringeren CO₂-Beteiligung und des positiven Einflusses auf die Umwelt.

Nutzen Sie unser Kontaktformular, wenn Sie Interesse an einem KfW 40 QNG Projekt haben.

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